ML Maria Lengemann Business-Mentorin · Unternehmerin · Autorin
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Wie du Ausreden in 5 Schritten erkennst und angehst

5 Minuten Lesezeit
Illustration zum Beitrag: Wie du Ausreden in nur 5 Schritten erkennst und löst

Ausreden und Aufschieben kennen viele von uns. Manchmal helfen sie, unangenehmen Gefühlen auszuweichen; manchmal steckt dahinter ein echtes Hindernis. Wenn du merkst, dass du etwas immer wieder aufschiebst, können dir die folgenden fünf Schritte helfen, genauer hinzuschauen und einen passenden nächsten Schritt zu finden. Sie sind eine Reflexionshilfe, kein Erfolgsversprechen: Überlastung, Krankheit, fehlende Informationen oder ein bewusstes Nein brauchen andere Antworten als „Reiß dich zusammen“.

Wenn wir etwas aufschieben

Viele von uns kennen Situationen, in denen wir etwas aufschieben oder eine Erklärung dafür suchen. Dahinter können unangenehme Gefühle stecken – aber auch praktische Gründe wie Überlastung, fehlende Informationen oder Abhängigkeiten. Deshalb lohnt es sich, nicht jede Verzögerung vorschnell als Ausrede einzuordnen.

Eine Erklärung ist nicht immer eine Ausrede

Manchmal schieben wir eine Aufgabe vor uns her, weil sie unangenehm ist oder wir uns vor einem Gefühl drücken möchten. Eine Erklärung kann aber auch auf ein echtes Hindernis hinweisen. Die Unterscheidung ist nicht immer auf den ersten Blick klar. Ein genauerer Blick hilft dir herauszufinden, was gerade los ist und was du tatsächlich brauchst.

Fünf Schritte, um deine Gründe fürs Aufschieben zu erkennen

Um der Aufschieberitis auf den Grund zu gehen, kannst du versuchen, wiederkehrende Muster zu erkennen. Das heißt nicht, dass jede Verzögerung eine Ausrede ist oder du jedes Hindernis einfach „sein lassen“ kannst. Die folgenden Schritte helfen dir zunächst dabei, genauer hinzuschauen.

Schritt 1: Erkenne typische Aussagen beim Aufschieben

Werde dir im ersten Schritt bewusst, welche Aussagen beim Aufschieben immer wieder auftauchen. Sie sind nicht automatisch Ausreden: „Ich bin zu beschäftigt“ kann zum Beispiel auf echte Überlastung hindeuten, und „Ich warte noch auf den konkreten Auftrag“ auf eine Abhängigkeit. Nutze die Liste als Anlass zum Nachfragen, nicht als Beweis gegen dich. Lies die folgenden Sätze, Wörter und Sprüche also erst einmal mit einem zweiten Blick.

  • Jeder schiebt doch mal etwas auf.
  • Das machen alle so.
  • Ich dachte eigentlich, das hätte ich schon gemacht.
  • Das hab ich schon immer so gemacht.
  • Das hab ich nie bekommen.
  • Ich hab gedacht, das sei nicht wichtig.
  • Ich bin zu beschäftigt.
  • So hab ich das aber noch nie gemacht.
  • Ich hab nicht gewusst, dass es eilig ist.
  • Dafür bin ich nicht zuständig.
  • Das habe ich vergessen.
  • Ich warte noch auf den konkreten Auftrag.
  • Ich hab ja noch Zeit.
  • Wenn ich erst mal anfange, geht es wie von selbst.
  • Ich muss dafür erst Lust haben.
  • Morgen ist auch noch ein Tag.
  • Morgen läuft es bestimmt besser.
  • Erst mal mach ich noch was anderes.
  • Ich muss mich konzentrieren, kann aber nicht.
  • Ich verschiebe es nur kurz.
  • Ich brauche noch eine gute Idee.
  • Ich brauche Druck, um arbeiten zu können.

Die Liste ist nicht vollständig. Manche Sätze können auf Ausweichen hindeuten, andere benennen ein echtes Hindernis oder eine unklare Absprache. Entscheidend ist, im nächsten Schritt zu prüfen, was bei dir gerade dahintersteckt.

Schritt 2: Finde deine Muster

Hast du dir die typischen Aussagen angesehen, so geht es nun mit dem zweiten Schritt weiter. In diesem Schritt geht es um dich. Oh oh. Ja, genau. Jetzt darfst du ehrlich sein – zunächst nur zu dir selbst. Niemand sonst schaut dir zu, keiner weiß es, keiner erfährt es. Was in Las Vegas (oder diesem Blog) passiert, bleibt auch in Las Vegas (und auch im Blog).

Nimm dir die obere Liste und ergänze eigene Aussagen oder Gründe, die dir einfallen. Markiere dann die Punkte, die du bei dir wiedererkennst – nicht, um dich dafür zu verurteilen, sondern um die Situationen besser zu verstehen. Mit dieser Sammlung kannst du weiterarbeiten.

Schritt 3: Suche nach den Begründungen

Im dritten Schritt dieser kleinen Übung schaust du dir die Aussagen an, die du markiert hast, und überlegst, in welchen Situationen sie auftauchen. Was veranlasst dich dazu, diese Aussage zu treffen? Geht es um ein unangenehmes Gefühl, fehlende Informationen, zu viele Aufgaben oder eine Abhängigkeit von anderen? Vielleicht passt die Aufgabe auch gerade nicht zu deinen Prioritäten. Versuch, dem Grund auf den Zahn zu fühlen. Schreibe deine Gedanken, mögliche Auslöser und Rahmenbedingungen neben die Aussage und ergänze die Liste.

Schritt 4: Erkenne die Gemeinsamkeiten

Jetzt hast du dir deine Aussagen und die möglichen Gründe dahinter genauer angesehen. Im vierten Schritt kannst du prüfen, ob sich Gemeinsamkeiten zeigen. Wiederkehrende Gründe können ein Muster sichtbar machen. Manchmal liegt es bei dir, manchmal aber auch in den Rahmenbedingungen – etwa bei unklaren Prioritäten, fehlenden Informationen oder zu vielen Aufgaben.

Versuche, die Gründe zusammenzufassen und auf die wichtigsten oder häufigsten Punkte herunterzubrechen. Hier kann dein nächster Ansatzpunkt liegen.

Schritt 5: Wähle einen passenden nächsten Schritt

Im fünften Schritt schaust du, was du aus dem Erkannten machen kannst. Vielleicht hilft ein kleiner erster Schritt, eine fehlende Information einzuholen, den Umfang zu verkleinern oder um Unterstützung zu bitten. Wenn du überlastet, krank oder von einer Rückmeldung abhängig bist, kann der passende Schritt auch sein, neu zu planen, eine Frist abzustimmen oder bewusst Nein zu sagen.

Wähle einen Schritt, der zu deiner Situation passt. Du musst nicht jedes Hindernis allein lösen und nicht jede Aufgabe doch noch übernehmen. Manchmal verändert sich schon etwas, wenn klar ist, was dich blockiert und was du als Nächstes brauchst.

Das war es schon? Ja, das war’s. Damit hast du einen Anfang: Du erkennst wiederkehrende Muster und kannst prüfen, was dir wirklich weiterhilft. Das führt nicht immer sofort zu einer Lösung – aber du musst auch nicht länger im Nebel stochern.

Welche Gründe oder Hindernisse kennst du von dir, wenn du etwas aufschiebst?

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