Nachdem ich kürzlich Peer Wandiger von Selbstständig im Netz interviewt habe, ist heute eine ehemalige Unternehmensberaterin an der Reihe, die sich heute auf Unternehmerinnen fokussiert, die unwiderstehlich leben möchten. Die Rede ist von Mara Stix, einer bekannten Online-Unternehmerin, die auch als Autorin und Business-Coach aktiv ist. Auf marastix.com gibt sie kostenfreie Tipps und Strategien weiter, um ihre Leserinnen dabei zu unterstützen, ihren Platz einzunehmen und ihre volle Größe zu entfalten.

Das Interview

Liebe Mara, ich danke dir, dass du dir die Zeit genommen hast, meinen Lesern einen Einblick zu bieten in eine Welt voller Kraft, Entscheidungen und Mut.  

Ich würde mich freuen, wenn du dich meinen Lesern selbst mit eigenen Worten vorstellst und ihnen erklärst, worum es auf deiner Internetseite und generell deinem Unternehmen geht.

MaraMein Name ist Mara Stix, ich bin Online-Unternehmerin, Buchautorin und Speakerin. Ich unterstütze Frauen dabei, unwiderstehlich zu leben. Dabei geht es insbesondere darum, dass sie ihrer Berufung folgen, sich selbstständig machen, mehr Kunden finden, sich besser vermarkten oder verkaufen.

 

Für mich bedeutet eine erfolgreiche Unternehmerin zu sein, einen besonderen Fokus auf das Thema Online-Business zu legen. Der größte Wert ist die Freiheit, von überall aus zu arbeiten und die Freizeit zu genießen. Mit einem Online-Business besteht genau diese Möglichkeit, als Solopreneur selbstständig zu sein.

 

Auf Marastix.com blogge und podcaste ich anhand meiner eigenen Erfahrungen. Ich gebe weiter, wie ich mein eigenes Unternehmen aufgebaut habe und was ich dabei lernen durfte. Den besonderen Fokus lege ich auf die Themen der Selbstvermarktung und Glaubenssätze-Mindset.

 

Das ist ein Punkt, an dem viele Menschen scheitern, daher biete ich zudem auch Online-Kurse und ein Buch an. Bei diesen Online-Kursen erhalten die Teilnehmer Video-Kurse in einem geschützten Mitglieder-Bereich. Dieser Kurs führt die Teilnehmer durch den Prozess, selbst damit erfolgreich zu sein, ein eigenes Online-Business aufzubauen und/oder mehr Kunden zu finden.

 

Ich bin der Ansicht, dass das Thema Online-Business oft ganz falsch verstanden wird. Man muss nicht nach Bali ziehen und am Strand arbeiten, sondern ganz einfach nur effektives Online-Marketing betreiben, um Kunden zu gewinnen – sowohl für Seminare, Coachings, Beratungen, Speaking-Auftritte und mehr.

 

Online-Marketing eignet sich für digitale Produkte genauso wie für Audio- und Video-Kurse. Heutzutage nimmt niemand mehr eine DVD auf, sondern ein Video und stellt dieses online zur Verfügung.

 

Welche Tipps und Erfahrungen, die du weitergibst, sind für deine Leserinnen erfahrungsgemäß am wertvollsten, Mara?

Das Wertvollste, das ich aus meiner Sicht weitergebe, sind die grundsätzlichen Erfolgsprinzipien. Viele Unternehmer oder Solopreneure melden sich bei mir und äußern, dass sie es nicht verstehen, warum es nicht so funktioniert, wie sie es gerne hätten. Ihren Aussagen nach machen sie bereits alles, was empfohlen wird und trotzdem klappt es nicht.

 

Oftmals sind es aber genau diese grundsätzlichen Erfolgsprinzipien, die ihnen im Weg stehen. Viele starten beispielsweise nicht los, sondern sind vom Perfektionismus gelähmt. Andere wiederum investieren nicht, ehe sie erfolgreich sind – erst geben, dann bekommen. Aus diesem Grund besagt eine dieser Erfolgsregeln, dass du erst gibst, was du zurückbekommst.

 

Genau das ist notwendig, ehe man bereit ist. Bevor man weiß, wie es genau funktioniert, sollte man dennoch schon anfangen. Außerdem bin ich davon überzeugt, dass man für das, was tut, brennen sollte – absolute Liebe verspüren muss. Alternativ ist es schwer, sich langfristig zu motivieren.

 

Ein weiteres Prinzip bezieht sich auf den Mut, sich selbst zu zeigen. Daran scheitern viele, da sie Angst haben, aufzustehen und sich erfolgreich zu vermarkten. Auch das Erkennen der eigenen Einzigartigkeit, die Ausarbeitung der spezifischen Positionierung und die Angst, dass es Leute gibt, die ein ähnliches Angebot bieten, sind häufige Probleme. Dabei ist jeder einzigartig!

Du lebst selbst auch nach diesen Grundsätzen, die du deinen Unternehmerinnen weitergibst. Haben sich diese Grundsätze spontan entwickelt, wurden sie durch bestimmte Auslöser geboren oder sind sie Teil eines längeren Prozesses?

Ich denke das ist gemischt. Einerseits lernt man am meisten aus Misserfolgen (was übrigens auch ein Grundsatz ist, da es für viele Kunden furchtbar ist, Fehler zu machen und sie große Angst davor haben) am meisten. Das ist im Endeffekt das Beste, was dir passieren kann. Du lernst etwas dazu!

 

Solange alles super funktioniert, ändern wir nichts. Erst wenn etwas schlecht läuft, kommen wir ins Nachdenken und schlussendlich auch ins Tun. Wenn es damals nicht lief, habe ich mir angeschaut, was nicht lief und das Problem gelöst. Dabei habe ich in den meisten Fällen eine Erfolgsregel missachtet, die ich damals aber natürlich noch nicht kannte.

 

Daher auch der lange Prozess, denn egal ob mit oder ohne Glaubenssätzen – man entwickelt nicht in fünf Minuten Erfahrungen und hat es verstanden. Am eigenen Mindset zu arbeiten ist dagegen wie ein Marathon-Training. Man muss regelmäßig laufen und durch den andauernden Prozess wird es mit der Zeit leichter, man wird fitter. Die Übungen, die am Anfang schwer waren, werden immer einfacher – weitermachen muss man dennoch.

 

Dein Unternehmen finanzierst du mit deinen Angeboten mittlerweile komplett. Dieser erste Schritt ist für viele Unternehmer nicht immer einfach. Wie lange hat es bei dir gedauert?

Begonnen hat das Finanzieren meines Lebens nach einem Jahr, allerdings habe ich noch ein weiteres halbes Jahr gebraucht, um diese Einnahmen zu stabilisieren – 12.000 bis 15.000 Euro Umsatz gehörten zu den Spitzen-Zeiten.

 

Das Ziel ist es allerdings nicht, einen besonders hohen Gewinn zu machen, sondern das Geld sinnvoll zu investieren und weiter zu wachsen.

Was genau zählt zu deinen persönlichen Stolpersteinen, die du auf dem Weg zum Erfolg mitnehmen musstest? Gerade aus diesen „Steinen“ lernen Unternehmer bekanntlich am besten.

Es gibt etwas, mit dem ich mich sicherlich etwas schwertue: Kontrolle abgeben. Ich bin allerdings schon besser geworden als früher, als es mir noch äußerst schwer viel, bei Kooperationen oder bei einer Zusammenarbeit darauf zu vertrauen, dass das schon hinhauen wird.

 

Auch um Hilfe fragen ist für mich ein Stolperstein gewesen. Inzwischen ist das anders, jetzt frage ich ganz einfach und das funktioniert gut. Ich habe damals gedacht, dass ich eine Maske aufrechterhalten und Stärke vorspielen muss – das hat mich natürlich sehr gestresst.

 

Gerade in der ersten Zeit war das ein besonders unnötiger Stress. Heute sage ich es ganz offen, wenn ich mit irgendetwas Probleme habe. Auch wenn ich etwas zum ersten Mal mache, dann sage ich das ganz einfach, dass es das erste Mal ist, dass es sein kann, dass es noch nicht zu 100 % rund läuft, aber dafür einen guten Preis hat.

 

Offenheit und Ehrlichkeit helfen – nicht nur dir, sondern auch den anderen.

Würdest du etwas anders machen, wenn du die Zeit noch einmal zurückdrehen könntest, Mara?

Ehrlich gesagt, nein, gar nichts. Alle Fehler, die ich gemacht habe, waren notwendig. Sie haben mich dorthin gebracht, wo ich heute bin. Wenn ich diese Erfahrungen damals schon gehabt hätte, dann hätte ich die Fehler natürlich nicht gemacht.

 

Generell widerspricht das aber meiner Einstellung, was man hätte anders machen können. Mein Ziel ist es dagegen, mich soweit auf den Moment auszurichten.

 

Die einzige Sache, die ich tatsächlich hätte anders machen sollen, ist das frühere Anfangen. Eher loslegen – das würde ich meinem Früheren Ich empfehlen.

Was ist deiner Meinung nach der größte Fehler, den junge oder ältere Unternehmer beim Aufbau ihres Online-Business tätigen?

Die größten Fehler sind das nicht anfangen und nicht entscheiden. Man harrt solange aus, obwohl man genau weiß, dass das nicht passt – aus Unsicherheit und weil man sich nicht traut. Diese Situation ist sehr unangenehm, eigentlich sogar viel unangenehmer, als würde man sich trauen.

 

Das ist vergleichbar mit einem 3-Meter-Brett. Du stehst oben und traust dich nicht – das ist schlimm. Wenn du aber springst, dann hast du es geschafft, du bist im Tun und dann ist es nicht mehr schlimm.

 

Mit welchen Tools, Webseiten und Helfern arbeitest du, um deine Arbeitszeit effektiver und produktiver zu gestalten?

Früher habe ich mich sehr viel mit diesen Themen beschäftigt. Ich habe es ausprobiert, dass man sich einen Task pro Tag vornimmt und das Wichtigste außerdem in aller Früh erledigt. Von diesem System bin ich aber wieder weg, da ich inzwischen mehr Kontakt zu meiner Intuition aufgebaut habe.

 

Mara_BuchIch folge mittlerweile dem, worauf ich Lust habe – allerdings in gewissen Grenzen. Wenn ich viel zu tun habe (die letzten zwei Monate waren beispielsweise sehr arbeitsintensiv), dann fokussiere ich mich sehr.

 

Ich habe in den letzten zwei Monaten beispielsweise einen Online-Kurs geplant, umgesetzt und veröffentlicht – das war kompletter Wahnsinn.

 

Mein Zeitmanagement bedeutet für mich eine Organisation im Kalender. Ich trage genaue Uhrzeiten für meine Pläne ein. Um 9 Uhr mache ich dies, bis 13 Uhr das usw. Ich plane allerdings auch Pausen ein und schreibe mir Dinge auf, wie eine Massage oder Mittagessen … sonst mache ich es nicht.

 

Der Hauptfehler damals war allerdings das zu unrealistische Planen. Viele planen sich für ihren Tag zu viele Aufgaben ein und sind dann enttäuscht, dass sie es nicht schaffen. Sie hängen anschließend hinterher, sind überlastet und überfordert und verfallen schlussendlich in eine Starre.

 

Besser ist es, sich ganz einfach weniger vorzunehmen – vielleicht auch nur eine Aufgabe für diese Woche. Wenn man die dann schon Dienstag fertig hat, kann man sich immer noch mehr Aufgaben nehmen, statt permanent überlastet zu sein.

Wenn du besonders viel schaffen musst oder möchtest – arbeitest du dann ganz einfach länger oder sind deine Projekte stattdessen fertig, wenn sie fertig sind?

Generell bin ich ein Freund davon, dass man sein Jahr organisiert – und zwar in Sprints und Pausen. Früher habe ich als Unternehmensberaterin in drei Monaten Projektarbeit viel gearbeitet und hatte dann einen Monat Pause.

 

Ich bin kein Freund davon, dass man jeden Tag gleich viel arbeitet. Ich hatte im Juli den ganzen Monat über Seminare und dabei fast gar nicht gearbeitet. Im August und September gab es eine Sprint-Phase und im Dezember nehme ich mir vor, gar nichts zu machen.

 

Ich organisiere mich hierfür sehr viel, denn in den Phasen, in denen ich mir etwas vorgenommen habe, halte ich mich auch sehr radikal an meinen Zeitplan. Gerade auch dann, wenn ich ein Produkt schon verkauft habe, was fertig werden muss.

 

Dafür sitze ich dann auch schon mal länger – beispielsweise bis 11 oder 12 am Abend und mache dafür am Nachmittag einen Mittagsschlaf. Ich schaue, wie ich es schaffe, meinen Tag so zu organisieren, dass ich möglichst viel Freude habe (beispielsweise morgens schwimmen gehen oder Mittagsschlaf machen), gleichzeitig aber auch so effizient wie möglich bin.

 

Außerdem kann ich auf einen Vorteil zurückgreifen: Ich bin sehr schnell darin, Content jeder Art zu produzieren – sowohl Videos, Blog-Beiträge und mehr. Dadurch bekomme ich in meiner Zeit sehr viel unter und alles andere delegiere ich an mein Team von Leuten.

 

Ich denke generell, dass man in der eigenen Genius-Zone arbeiten sollte. Die meisten Unternehmer, die starten, müssen natürlich erst einmal alles selbst machen, weil man sich das Delegieren noch nicht leisten kann oder noch nicht möchte. Sobald das allerdings geht (meistens dann, wenn man sich einen Namen gemacht hat), finde ich es schlau, wenn man das alleine macht, worin man herausragend gut ist, und die anderen Dinge delegiert.

Liebe Mara, worauf dürfen wir uns zukünftig noch alles freuen – was sind deine nächsten ToDo’s und Projekte?

Am 5. Oktober ist mein neuer Kurs „Money Firestarters“ gestartet. Dieser Kurs läuft noch bis Mitte Dezember. Eine Anmeldung ist jedoch nicht mehr möglich, jedoch wird es diesen Kurs im nächsten Jahr erneut geben. Während der nächsten Zeit habe ich noch Seminare und Auftritte als Speakerin und dann nehme ich mir bis Anfang/Mitte Januar frei.

 

Im nächsten Jahr möchte ich erneut einige Produkte veröffentlichen – vermutlich das erste Produkt Ende Januar 2016 und danach mal schauen. Generell hat es sich für mich gut ergeben, wenn ich drei bis vier Produkt-Veröffentlichungen pro Jahr anstrebe.

Mara, ich danke dir für das spannende Interview und den Einblick in deine unwiderstehliche Welt. Ich wünsche dir weiterhin viel Erfolg und freue mich, dass du deinen Lesern mit deinen Tipps und eigenen Erfahrungen auf verschiedenste Art und Weise zu einem besseren Leben verhilfst.

Danke für das Interview!

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