Aller Anfang ist schwer! Das weißt nicht nur du, sondern auch Peer Wandiger, der auf seinen zahlreichen Internetseiten eine Anlaufstelle für Freelancer, Unternehmer, Start-Ups, Gründer und Webseiten-Betreiber bietet. Dabei wendet sich Peer sowohl an die Einsteiger, die mit Ihrer Selbstständig durchstarten, aber auch an die „alten Hasen“, die von erprobten Tipps, Tricks, Strategien und mehr profitieren. Bekannt ist Peer vor allem durch das Projekt www.selbststaendig-im-netz.de, aber auch durch die jährlich stattfindende Nischen-Challenge auf www.nischenseiten-guide.de.

Heute macht Peer einen Abstecher in die Welt der Effizienz und verrät uns im Interview, was ihn zu dem gemacht hat, der er ist.

Das Interview

 

Danke, dass du dir die Zeit genommen hast, Peer. Es freut mich, meinen Lesern einen Einblick in deine Welt bieten zu dürfen.

Hallo liebe Leser und danke Maria, dass ich hier sein darf.

Ich würde mich freuen, wenn du dich den Lesern einmal vorstellst und ihnen kurz erläuterst, worum es auf deinen Webseiten geht und wie es zu diesen Projekten kam.

peer-wandigerDas sind gleich eine Menge Fragen. Ich versuche mich kurz zu fassen.

 

Ich bin 41 Jahre alt, verheiratet und habe zwei Töchter. Als mein Arbeitgeber 2005 aufgekauft und die Hälfte der Mitarbeiter entlassen wurde, stand ich vor der Wahl mir einen neuen Job zu suchen oder es mit der Selbständigkeit zu probieren. Dank einer guten Abfindung und weil ich mit dem Gedanken schon länger gespielt hatte, macht ich mich als Webdesigner im Heimbüro selbständig. Das hatte zudem den Vorteil, dass ich die Nachmittage mit meiner Familie verbringen konnte und abends dann nochmal gearbeitet habe.

 

Es war aber schwierig, sich als Webdesigner ein stabiles Einkommen aufzubauen. Ein Testprojekt, mein Blog selbstaendig-im-netz.de, wurde mit der Zeit immer erfolgreicher und ich konnte damit auch Geld verdienen. Also habe ich mich mehr und mehr auf eigene Websites und Blogs konzentriert und betreibe diese heute in Vollzeit. Ich betreue nur noch ein paar Stammkunden.

 

Auf meinem Hauptblog selbstaendig-im-netz.de habe ich zu Beginn über meine Erfahrungen in der Selbständigkeit gebloggt, aber mit der Zeit kamen mehr und mehr Online-Business-Themen hinzu. Und da ich mich auch für das Bloggen an sich, Affiliate Marketing und Nischenwebsites interessiert habe, entstanden nach und nach weitere Blogs.

 

Du hast dich auf Freelancer, Unternehmer, Webseiten-Betreiber, Blogger und Co. spezialisiert und vermittelst sowohl Wissen, Tipps als auch Inspirationen. Dabei erzählst du aus erster Hand, was funktioniert und was nicht funktionierst und vor allem auch wie es funktioniert. Welche Erfahrungen und Tipps sind für deine Leser erfahrungsgemäß am wertvollsten?

Das hängt von den jeweiligen Lesern ab und wo deren Probleme und Bedürfnisse gerade liegen. Aber nach meiner Erfahrung kommen praxisnahe Artikel und Tipps am besten an, was auch verständlich ist. Theorie und Grundlagen sind zwar auch wichtig, aber wenn man Beispiele sieht, wie es dann wirklich umgesetzt wird, lernt man meist deutlich mehr daraus.

 

Zudem versuche ich meinen Lesern in jedem Artikel konkrete Handlungstipps mitzugeben, die sie umsetzen können. Am wichtigsten ist dabei jedoch, dass sie selbst die Tipps ausprobieren und testen, ob es funktioniert. Es gibt nicht DIE eine Lösung für alles. Stattdessen muss man viel testen und immer wieder Neues ausprobieren.

Hast du Grundsätze, die du Freelancern und Unternehmern mit auf den Weg geben möchtest, wenn es darum geht, langfristig und nachhaltig erfolgreich zu sein?

Da gibt es einige. So sollte man bei einer Idee für die Selbständigkeit oder als Freelancer immer sicherstellen, dass es wirklich eine Zielgruppe dafür gibt und man nicht nur selbst in die Idee verliebt ist.

 

Man sollte sich die Konkurrenz anschauen, die Entwicklung des Bedarfs und die langfristigen Möglichkeiten.

 

Und natürlich sollte man auch selbst für das Thema brennen, da man ansonsten einen der wichtigsten Erfolgsfaktoren wohl nicht erreichen kann: Durchhaltevermögen. Nichts kommt über Nacht. Die Selbständigkeit ist ein Marathon, kein Sprint.

Wie hast du diese Grundsätze entwickelt? Spontan, durch bestimmte Auslöser oder als langen Prozess eines Werdegangs?

In den nun mehr als 9 Jahren, die ich selbständig bin, habe ich selber natürlich eine Menge Erfahrungen sammeln können. Daraus haben sich viele dieser Erkenntnisse ergeben.
Aber ich kenne auch viele andere Gründer und habe viele Websites etc. in den Jahren kommen und gehen gesehen.

 

Aber wie gesagt, dass ich meine Herangehensweise an das Online-Business. Es gibt sicher andere Ansichten, die ebenfalls funktionieren können.

 

Als Gründer sollte man deshalb viel lesen und lernen, aber auch alles hinterfragen und prüfen, was für einen selbst am besten funktioniert.

 

Du finanzierst dein Unternehmen mittlerweile durch die Einnahmen deiner Webseiten, richtig? Bekanntlich ist gerade dieser Schritt nicht immer einfach und erst recht nicht in kürzester Zeit. Welche Erfahrungen konntest du sammeln?

Mittlerweile lebe ich nicht nur von meinen Websites, sondern habe auch eine Angestellte. Diese Entwicklung war 2007, beim Start von selbstaendig-im-netz.de natürlich nicht abzusehen.

 

Über die Jahre konnte ich die Einnahmen von selbstaendig-im-netz.de und dann später auch von anderen Blogs und Websites langsam aber stetig steigern. Irgendwann habe ich dann gemerkt, dass ich an eine Grenze stoße, weil ich alles selber mache. Es hat aber noch ein Weilchen gedauert, bis ich eine Mitarbeiterin eingestellt habe.

 

Meine Erfahrungen sind vielfältig, aber auf jeden Fall ist es wichtig dran zu bleiben, immer wieder Neues auszuprobieren und auch immer wieder noch eine Schippe draufzulegen.

 

Auch heute noch überlege ich ständig, was ich auf selbstaendig-im-netz.de besser machen könnte, was die Nutzer freuen würde etc.. Stillstand ist Rückschritt.

 

Und ganz wichtig ist dabei, dass man Disziplin an den Tag legt. Es ist ein Job. Würde ich nur Bloggen, wenn ich gerade Lust darauf habe, dann wäre ich heute nicht dort, wo ich bin. Aber natürlich sollte es auch Spaß machen.

Kannst du unseren Lesern deinen persönlichen größten Stolperstein verraten, der dir auf dem Weg zum Erfolg im Weg gelegen hat? Ich denke, aus der Bekanntgabe von Fehlern und Steinen dieser Art profitieren Freelancer und Solopreneure am meisten, da es oft die „kleinen Steine“ sind, die uns den Alltag erschweren.

Es gibt viele kleine Steine und man muss ständig Lösungen dafür finden. So kann ich das Thema Buchhaltung und Steuern z.B. nicht ausstehen, es ist aber notwendig. Deshalb habe ich es an einen Dienstleister ausgelagert, auch wenn mich das Geld kostet. Aber es ist eine Sorge weniger und ich habe mehr Zeit für mein eigentliches Business.

 

Einen wichtigen Punkt hatte ich schon erwähnt. Ich habe bei meinen Blogs und Websites immer alles selbst gemacht, das sind meine Babies.

 

Deshalb fiel es mir lange Zeit sehr schwer Aufgaben abzugeben und andere daran arbeiten zu lassen. Mit der Einstellung meiner Mitarbeiterin habe ich aber nun endgültig dafür gesorgt, dass sich mein Business weiterentwickeln kann, da ich mehr Luft für neue Dinge habe.

Eine sehr klassische Frage, die wohl in jedem Interview nicht fehlen darf. Was würdest du anders machen, wenn du die Zeit noch einmal zurückdrehen könntest? Dabei geht es nicht unbedingt nur um die geschäftlichen Entscheidungen, sondern auch um alles andere, da die Summe an Entscheidungen uns zu den Menschen macht, die wir sind.

Ich hätte eher damit angefangen eigene Websites aufzubauen. Diese brauchen Zeit sich zu entwickeln und hätte ich die ersten davon schon 2006/2007 gestartet, hätte ich auch eher davon leben können.

 

Eine andere Sache ist mein Büro. Ich habe bis Ende 2014 im Heimbüro gearbeitet, was auch gut funktioniert hat. Dann bin ich Anfang 2015 in ein externes Büro umgezogen und das hat meine Lebensqualität stark verbessert. Ich kann Arbeit und Privatleben nun viel besser trennen, was mir sehr gut tut.

 

Aber wie du schon sagst. Wir sind das Ergebnis aller unserer Entscheidungen und gerade aus Fehlern lernt man meist sehr viel. Deshalb möchte ich mich nicht beklagen, wie sich alles entwickelt hat.

Hand aufs Herz: Was ist deiner Meinung nach der größte Fehler beim Aufbau eines Business als Selbstständiger oder Unternehmer?

Zu denken, dass es einfach ist und wie von selbst geht. Leider gibt es immer wieder „Experten“, die diesen Eindruck vermitteln, um ihre eBooks oder Online-Kurse loszuwerden.

 

Ein weiterer Fehler, der zu vielen Insolvenzen führt, ist es den kaufmännischen Teil der Selbständigkeit zu vernachlässigen. Als Selbständiger muss man eben nicht nur seine eigentliche Arbeit erledigen, sollte auch alles andere, wie Buchhaltung, Steuern, Verwaltung, rechtliche Aspekte, Marketing etc..

Hast du Tools, Webseiten und kleine Helfer, die dir den Alltag erleichtern, dich effizienter und damit erfolgreicher machen?

Ich habe die Feeds vieler Blogs abonniert und lese da auch sehr viele Artikel. Ansonsten nutze ich noch Tweetdeck, um bei Twitter einigen Selbständigen zu folgen und meine eigenen Artikel zu promoten.

 

Darüber hinaus gibt es aber nicht unbedingt viel, was ich für zwingend notwendig halte.

Welche nächsten ToDo’s hast du auf deinem Plan? Worauf dürfen wir uns zukünftig freuen?

Es ist einiges in der Planung, wie ein neuer Newsletter für Gründer oder die nächste Nischenseiten-Challenge. Ideen gibt es darüber hinaus eine Menge, aber der Tag hat leider nur 24 Stunden. 🙂

 

Auf jeden Fall werde ich immer wieder neue Sachen ausprobieren, da mir das am meisten Spaß macht.

Ich danke dir für das interessante Interview und die Beantwortung meiner Fragen. Es hat Spaß gemacht, einen Einblick in deine SiN- und Nischen-Welt zu erhalten und ich hoffe, dass wir zukünftig noch sehr viel von dir lesen, hören und sehen werden. Lieber Peer, danke!

 

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Peer Wandiger auf

 

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